Mit Effizienz gegen den Klimawandel

Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten sich den Energiegipfel "Effizienzregion gestalten - Oberberg aktiv!" auf ":metabolon" nicht entgehen lassen und erhielten bei spannenden Vorträgen und beim gemeinsamen Austausch viele Tipps und Anregungen

Oberbergischer Kreis. Dass das Thema ein bedeutsames war, unterstrich auch die hohe Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern schwerpunktmäßig aus Unternehmen, Kommunen und Institutionen. Die rund 150 Zuhörer kamen nicht nur, um dem bekannten TV-Meteorologen und ARD-Moderator Karsten Schwanke zu lauschen, sondern um wertvolle Tipps zur Ressourceneffizienz, zu Förderprogrammen oder zur Umsetzung der Energiewende hinsichtlich der Gegebenheiten in der heimischen Region mitzunehmen.

Dazu bot die Veranstaltung „Effizienzregion gestalten – Oberberg aktiv!“ von Oberbergischem Kreis, Kreissparkasse Köln und Bergischem Energiekompetenzzentrum, die passend zum Thema in Lindlar auf „:metabolon“ stattfand, beste Gelegenheit. Gut fünf Stunden tagten die zahlreichen Teilnehmer und erhielten dabei spannenden Input. So erfuhren sie von TV-Meteorologe Karsten Schwanke in einem interessanten und kurzweiligen Vortrag, dass Moore, wie am Immerkopf bei Bielstein, die wertvollsten Ökosysteme der Welt sind. Oder, dass 40 Handys die gleiche Menge an Gold enthalten, wie in einer Tonne Golderz steckt. "Die Augen öffnen, über den Tellerrand schauen, und vor allem die Sonne nutzen sowie eine dezentrale Energieversorgungen aufbauen", lauteten die Tipps des Experten.

Daneben wurde fleißig diskutiert sich ausgetauscht. Möglichkeiten dazu gab es vor allem in den drei Foren zu den Themen „Erneuerbare Energien – Was rechnet sich für mein Unternehmen noch?“, „Ressourceneffizienz – Wie wird aus weniger mehr?“ und „Attraktive Förderprogramme – Wie komme ich an die Mittel?“

Die anschließenden Ergebnisse waren unter anderem: Photovoltaik-Anlagen lohnen sich für Unternehmen und Bürger weiterhin, wenn Ausrichtung, Lage und Abstimmung auf das Nutzerverhalten stimmen; die EffizienzAgenturNRW (efa) sowie die Wirtschaftsförderung des Oberbergischen Kreises beraten umfassend in allen Bereichen eines Unternehmens; intelligente Produktionsstrukturen, innovative Techniken oder ein verbessertes Instandhaltungsmanagement tragen dazu bei, Material-, Abwasser- und Energiekosten nachhaltig zu senken; und die Wirtschaftsförderung unterstützt bei der Suche nach passenden Förderprogrammen.

So wurde deutlich, dass das Thema Effizienz gerade den Unternehmen große Chancen bietet, Kosten zu sparen, um im immer stärker werdenden Wettbewerb bestehen zu können. Gleichzeitig trägt es zur Ressourcenschonung bei. Eine nachhaltige Energieversorgung, die Energieeffizienzsteigerung und die Energieeinsparung sind die wichtigsten Bestandteile der Energiewende. „Getreu dem Motto: Das, was wir an Energie einsparen, müssen wir nicht mehr produzieren“, betonte Udo Buschmann, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Köln.

Kreisdirektor Jochen Hagt stellte klar, dass Ökonomie und Ökologie in Oberberg keine Gegensätze sind. Das Gegenteil sei der Fall. „Die grüne Wirtschaft blüht. Sie ist ein Zweig mit riesigem Wachstumspotenzial. Ob es um Klimaschutz, erneuerbare Energien oder nachhaltige Kreisentwicklung geht: Oberberg ist fortschrittlich in Sachen Umwelt und Klima.“ Die Kreisverwaltung wolle in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnehmen und die eigenen Liegenschaften effizienter machen. „Das Ziel heißt: Haushaltsentlastung durch Effizienzsteigerung“, sagte Hagt.

Übergreifend habe der Kreis strategisch die Schaffung einer Effizienzregion im Blick, in der Ressourcen und Potenziale der Region optimal genutzt werden, um eine nachhaltige Standortentwicklung zu gewährleisten. „Ein zentrales Handlungsfeld ist in dieser Hinsicht der Aufbau eines Ressourcen- und Energiemanagements“, so Hagt. Der Kreis sowie das Bergische Energiekompetenzzentrum :metabolon nehmen dabei eine zentrale Rolle ein und fungieren als Ansprechpartner und Koordinatoren für Unternehmen sowie Kommunen.

Der Energiegipfel stellte auf dem Weg zu den großen Zielen Ressourceneffizienz und Ressourcenschonung eine weitere wichtige Etappe dar. So ist auch das Anliegen von Landrat Hagen Jobi im Rahmen seines Grußwortes umgesetzt worden: „Ich wünsche mir, dass die Akteure in Sachen Energie sich hier und heute näherkommen, Ideen schmieden und sich vernetzen“, sagte Jobi zu Beginn und ergänzte: „Eine Energieregion kann nicht per Dekret bestimmt werden. Sie muss gewachsene Strukturen entwickeln – und das geht nur unter Beteiligung aller Protagonisten und in enger Zusammenarbeit.“ Gut fünf Stunden später konnte festgehalten werden: Wunsch erfüllt.


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